Wissenswertes über den Heiligen Vitus- Schutzpatron unserer Kirche

VITUS (VEIT) Heiliger, + um 304/305. - Die geschichtliche Existenz des heiligen Vitus gilt durch die frühen Nachweise seines Kultes als gesichert. Um das Jahr 600 entstand in der römischen Provinz Lucania die legendäre Passio S. Viti.

Der Legende zufolge wurde der Sohn eines heidnischen Senators von seiner Amme Crescentia und seinem Erzieher Modestus bekehrt. Noch als Kind wurde er von seinem Vater geschlagen und vor den Richter gebracht, weil er nicht von seinem Glauben lassen wollte. Auch der Richter befahl, ihn zu schlagen, aber dem Richter und seinen Knechten verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Der Vater schloss ihn mit musizierenden und tanzenden Mädchen ein, die ihn verführen sollten. Als er ihn dabei durchs Schlüsselloch beobachtete, sah er seinen Sohn von sieben Engeln umgeben und wurde blind. Er gelobte vergeblich, einen Stier mit goldenen Hörnern im Jupiter-Tempel zu opfern; erst das Gebet des Sohnes heilte ihn. Trotzdem trachtete er ihm nun nach dem Leben, aber ein Engel veranlasste Vitus, mit seinem Lehrer Modestus und seiner Amme Creszentia auf einem Schiff nach Lukanien zu fliehen, wo ihnen ein Adler Brot brachte.

Vitus und seine Begleiter wurden entdeckt und zu Kaiser Diokletian gerufen. Vitus heilte zwar dessen besessenen Sohn, aber er weigerte sich auch jetzt, den Göttern zu opfern und wurde mit Modestus und Crescentia ins Gefängnis geworfen. Die schweren Eisenplatten, die sie erdrücken sollten, fielen von ihnen und Engel erleuchteten die Finsternis des Kerkers. Man warf sie in einen heißen Ölkessel, aber sie stiegen unversehrt heraus. Ein Löwe wurde auf sie gehetzt, aber der legte sich zahm zu ihren Füßen und leckte sie. Mit Modestus auf die Folterbank gespannt, um mit Haken zerfleischt zu werden, zerschlugen Blitze das Martergerät, ein Erdbeben ließ die Tempel rundum einstürzen, die Folterknechte und das entsetzt fliehende Volk wurden von den Trümmern erschlagen. Engel lösten Vitus, Modestus und Kreszentia von ihren Fesseln und betteten sie an einem Flussufer, wo sie ruhten und sanft im Gebet ihre Seelen aufgaben. Adler bewachten ihre Leiber, bis die fromme Witwe Florentia sie fand und bestattete.

Eine andere Legende sagt, dass sie von der Marter weg ein Engel zurück nach Lukanien gebracht habe und sie seien dort aber bald gestorben.

Das früheste Zeugnis seines Kultures findet sich in der gallischen Rezension des dem Hoeronymus zugeschriebenen Martyrologiums und stammt aus der Zeit um 600. Die Vituslegende war in Oberitalien, Frankreich und Deutschland verbreitet. Nach einer niederdeutschen Fassung, der immer stärker ausgestaltenen Legende, soll der Leib des Vitus 583 von Sizilien nach Unteritalien gekommen sein, von wo er 756 in das Kloster St-Denis gelangte. Abt Hilduin soll die Reliquien 836 dem kurz zuvor gegründeten Kloster Corvey geschenkt haben. Dort entstand ein großes Zentrum seiner Verehrung. Aus Corvey soll auch der Arm stammen, für den Herzog Wenzel in Prag eine eigene Kirche bauen ließ, den heutigen Veitsdom. Während des Dreißigjährigen Krieges verlor Corvey seine Vitusreliqiuen, die alle nach Prag gekommen sein sollen. In etwa 150 Orten sollen Reliquien des Heiligen aufbewahrt werden und in mehr als 1300 Orten finden sich Vituspatrozinien.

Der Heilige wurde im ganzen Mittelalter und in der Barockzeit sehr verehrt. Er wird auch der Gruppe der vierzehn Nothelfer zugerechnet. Die Zahl seiner Patronate ist außerordentlich hoch. So war Vitus der Patron von Niedersachsen, Sachsen, Böhmen, Pommern, Rügen, Sizilien, von Prag, Corvey, Höxter, Mönchengladbach, Ellwangen und Krems; der Jugendlichen und Epileptiker, der Gastwirte, Apotheker, Winzer, Schauspieler, Bierbrauer, Bergleute und Kupferschmiede; der Stummen und Tauben; der Haustiere; für Keuschheit, gute Saat und gute Ernte; gegen Besessenheit, Aufregung, Hysterie, Krämpfe, Tollwut und Veitstanz, bettnässende Kinder, Augen- und Ohrenleiden, Unwetter, Blitz und Feuersgefahr, Unfruchtbarkeit
Er wurde bei Epilepsie (Veitstanz), Hysterie, Bessenheit, Tollwut, Schlangenbiß, Blitz und Unwetter angerufen.

Als Nothelfer von Sterbenden wird er angerufen, da er nächtliche Verheißungen von Engeln erhalten habe. In der Ikonographie wird er meist als Knabe oder Jüngling in einem Ölkessel stehend mit Palme, Buch, Rabe, Adler oder Hahn dargestellt. Die Verbindung mit dem Hahn entstand dadurch, daß ihm wie dem slawischen Lichtgott Svantevit, den er verdrängte, Hähne geopfert wurden. Die weiteren Zusammenhänge des christlichen Heiligen mit dem slawischen Lichtgot sind bisher nicht erforscht. Seltener sind die Darstellungen, in denen Vitus als Schutzherr der sächsischen Kaiser mit Hermilin und Reichsapfel oder in der Begleitung von Modestus und Crescentia dargestellt wurden.

Bauernregel:

Vielleicht weil Vitus' Gedenktag im Bereich der Sonnwende liegt, knüpft sich in der Volksfrömmigkeit an diesen Heiligen der Glaube, er sei für pünktliches Wachwerden ohne Uhr zuständig:

"Heiliger Veit / wecke mich zur rechten Zeit; / nicht zu früh und nicht zu spät, / bist die Glocke ... schlägt."

Gedenktag katholisch: 15. Juni

nicht gebotener Gedenktag für das deutsche Sprachgebiet

in Paderborn und Riga: Übertragung der Gebeine: 10. März

Gedenktag orthodox: 15. Juni

Name: lateinisch, vielleicht von Wido, d. h. Holz (althochdt.)

Märtyrer, Nothelfer

* in Mazzara auf Sizilien

+ um 304 in Lucanien

Vitus' Verehrung ist schon um 600 belegt. Seine Reliquien kamen 775 nach St. Denis, 887 in die berühmte Abtei Corvey, sein Haupt befindet sich im Veits-Dom in Prag, der ihm zu Ehren von Herzog Wenzel erbaut wurde. An rund 150 Orten erklärt man sich im Besitz von Reliquien. Vitus ist einer der 14 Nothelfer. Über dreißig Patronate zeigen, wie volkstümlich und beliebt dieser Heilige geworden ist. Er wird traditionell von den an Chorea, dem "Veitstanz", Erkrankten angerufen; Chorea ist eine Nervenkrankheit mit ungewollten, spastischen Bewegungen des gesamten Körpers, die sich willentlich nicht unterdrücken lassen und durch eine organische Schädigung im Zentralnervensystem bedingt sind.

Wo befinden sich bei uns in der Gemeinde Abbildungen des Heiligen Vitus- Schutzpatron unserer Kirche

Vitusdarstellung im Deckengemälde vor der Orgel
Vitus Figur in unsrer Kirche an der Treppe zur Kanzel
Vitus Bild oben am Hochaltar
Vitus Bild im Pfarrsaal Früher befand sich dieses am Hochaltar
Vitusfigur auf dem Kirchdach
Vierzehn Nothelfer Klüschen bei der "Alten Post" an der Ecke Nordstraße Demokratiestraße